Stasi-Mitarbeiter?
Kein Problem für die Linken

Der „Wetzlar-Kurier“ hatte im Januar über den Fall des damaligen Staatssekretärs Andrej Holm in der Berliner rot-rot-grünen Koalition berichtet. Die Linksfraktion hatte ihn für diesen Posten seinerzeit vorgesehen und das, obwohl seine Vergangenheit als Stasi-Mitarbeiter bekannt war.

Zuvor war bekannt geworden, dass Holm seinen Job an der Humboldt-Universität Berlin bekam, weil er bei der Einstellung auf die Frage, ob es irgendeine Form von Stasiverstrickung gab, schlicht gelogen hatte. Nachdem das bekanntgeworden war, trat Holm am 16. Januar zurück, um damit einer Entlassung zuvorzukommen.

Es ist erstaunlich und empörend, dass die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus nun erklärt, Holm als Fraktionsberater einstellen zu wollen.

Zweierlei Maß
Man stelle sich vor, es würde bekannt werden, dass ein Christdemokrat in Jugendjahren den Republikanern angehörte. Welch ein Aufschrei würde durch die Republik gehen! Hat jemand jedoch eine Stasi-Vergangenheit, so ist es in Teilen der Bevölkerung selbstverständlich, dass man mit dem Mantel des Gutmenschentums darüber hinwegsieht. Dabei wird übersehen: Stasi-Mitarbeiter trugen dazu bei, dass Familien auseinandergerissen, Kinder in Jugendheime geschickt und Menschenleben zerstört wurden. Menschen mit solch einer Gesinnung gehören in einer Demokratie wie der unseren weder in den Öffentlichen Dienst, noch dürfen ihre Jobs mit öffentlichen Geldern finanziert werden.

Aktuelle Ausgabe10/2017