Maria im Wunderland

Chefin des Umweltbundesamts (SPD) fordert Maut für alle Fahrzeuge

„Ich plädiere für eine Maut, die kilometerabhängig auf allen Straßen und für alle Kraftfahrzeuge erhoben wird“, sagte in diesen Tagen die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, der Tageszeitung „Die Welt“. Um den Klimawandel aufzuhalten, müsse das Autofahren insgesamt reduziert werden, zumal es im Verkehrssektor seit 25 Jahren keinen Emissions-Rückgang gegeben habe. Krautzberger sprach sich zudem für einen schnellen Ausstieg aus dem Kohlestrom aus.

Grober Unfug

Die Konsequenzen dieser Forderung sind enorm und vielschichtig. Finanziell belastet eine solche Forderung zunächst besonders Geringverdiener und Pendler. Aber nicht nur: Auch eine dramatische Verteuerung sämtlicher durch LKW beförderter Produkte (denn die steigenden Preise würden logischerweise auf den Endverbraucher umgeschlagen) ist vorherzusehen. Krautzbergers Forderung, das Auto stehen zu lassen und stattdessen öfter mit Bus und Bahn zu reisen, könne man nur stellen, wenn man von der Wirklichkeit der meisten Menschen in Deutschland keine Ahnung habe, so der heimische Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer. Gerade im ländlichen Raum sei ein Alltag ohne Auto kaum realisierbar. Aber auch in Großstädten wie Berlin seien U-Bahnhöfe oftmals wenig einladend oder gar barrierefrei und eine Zumutung gerade auch für Kinder und ältere Menschen.

Grundsätzlich, so Irmer, sei ein Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs begrüßenswert. Jedoch müsse man das Ganze mit Augenmaß betreiben. Es werde noch Jahre dauern bis das Auto für eine Vielzahl an Menschen ersetzbar sei. Lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen und auch Bauzeiten müssten beim Ausbau berücksichtigt werden.

Weniger Ideologie – mehr Vernunft

Genauso unrealistisch sei die Forderung der Präsidentin des Umweltbundesamtes, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 12 Millionen Elektroautos auf den bundesdeutschen Straßen unterwegs sein müssten. Wenn man bedenke, dass der Anteil der Elektrofahrzeuge am gesamten Verkehrsaufkommen derzeit bei etwa 0,1 Prozent liege, dann werde deutlich, wie sehr Krautzbergers Forderungen dem Reich der Phantasie entsprungen seien.

Wie sollen die Automobilkonzerne eine derart hohe Zahl an E-Autos produzieren? Wer sichert auf welche Weise das Stromnetz für einen derart hohen Stromverbrauch? Wie viele Ladestationen benötigen wir, um all diese Autos mit Strom versorgen zu können?

Eigentlich sollte man meinen, dass an der Spitze des Umweltbundesamtes Fachleute sitzen, die konstruktive Beiträge zur Entwicklung des Landes liefern. Wer die deutsche Wettbewerbsfähigkeit jedoch schwächen, wer Arbeitsplätze gefährden will, der muss so reden wie die sozialdemokratische Behördenchefin. Ideologie statt Sachverstand.

Aktuelle Ausgabe12/2017