Cem Özdemir beklagt sich über türkische Taxifahrer

Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ wird der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, immer wieder von nationalistischen, türkischstämmigen Taxifahrern angefeindet und bedroht.

Inhalt der Anfeindungen sei wohl unter anderem Özdemirs Unterstützung für die Armenien-Resolution des Bundestags, der das Vorgehen der Türkei gegen die Armenier vor 100 Jahren im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft hatte. Eine Resolution übrigens, die auch beim türkischen Regierungschef Erdogan auf deutliches Missfallen gestoßen war.

„Alarmiert hat mich vor allem, dass es nicht nur mich betrifft, sondern auch andere Abgeordnete, türkischstämmige wie nicht türkischstämmige, oder Journalisten“, zitiert das Blatt den Grünen-Chef. „Ich habe überhaupt kein Problem mit Meinungsäußerungen. Aber bei Bedrohungen, Beschimpfungen und Aggressionen ist Schluss.“

Die Taxiinnung bedauert die Vorfälle. Unter den Berliner Taxifahrern seien viele Migranten und unter ihnen wiederum viele Türken. „Und die Kollegen aus der Türkei sind immer sehr emotional“, wird der Vorsitzende der Innung zitiert.

Er wolle mit Özdemir über das Problem reden. Der Chef der Innung befürwortet den Einbau von Kameras in Taxen. „Das wäre im Interesse des Fahrers und des Fahrgastes. Man wüsste hinterher genau, was tatsächlich vorgefallen ist.“ Wir meinen: Die Taxi-Innung wäre gut beraten, Fahrern, die Fahrgäste bedrohen, schlicht und ergreifend die Lizenz zu entziehen.

Aktuelle Ausgabe8/2017