Leuchtturm der Region

Wissenschaftsminister Boris Rhein besucht „StudiumPlus“

"Die Technische Hochschule Mittelhessen hat eine beispielhafte und beeindruckende Entwicklung hingelegt, für die normalerweise 100 Jahre nötig sind. Die THM ist längst keine Fachhochschule in früherem Sinne mehr. Sie sucht Antworten auf aktuelle und nachhaltige wirtschafts- und auch gesellschaftspolitische Herausforderungen, sie nimmt positiven Einfluss auf die Regionalpolitik und stellt sich den Problemen des demografischen Wandels." So lobte ein durchaus beeindruckter hessischer Wissenschaftsminister Boris Rhein die THM und besonders ihr Zentrum Duales Hochschulstudium (ZDH) "Studium Plus" am Standort Wetzlar, das in wenigen Jahren mit dem überaus erfolgreichen Versuch einer Verknüpfung von akademischer Lehre mit der Berufsausbildung einen "Quantensprung" hingelegt habe.

Minister Rhein besuchte gemeinsam mit dem heimischen Landtagsabgeordneten und Bundestagsdirektkandidaten Hans-Jürgen Irmer, den beiden Kreistagsabgeordneten Michael Hundertmark und Frank Steinraths sowie CDU-Kreisgeschäftsführerin Ulla Landau den THM-Standort Wetzlar und ließ sich dort über den aktuellen Stand bezüglich des innovativen dualen Studienkonzeptes "StudiumPlus" informieren. Als Gesprächspartner und Informationsgeber standen dem Minister dabei THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems, die geschäftsführenden Direktoren des ZDH, Prof. Dr. Anita Röhm und Prof. Dr. Bernd Galinski, sowie Andreas Tielmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Competence-Centers Duale Hochschulstudien (CCD), und somit die StudiumPlus-Spitze zur Verfügung.

Mit 30 Studenten in einem Studiengang sowie 15 Partnerunternehmen aus dem heimischen Raum hat das Experiment StudiumPlus 2001/02angefangen. Mit dem Beginn des kommenden Wintersemesters werden es 1300 Studenten in neun Studiengängen - sechs Bachelor-Studiengänge mit 14 Fachrichtungen und drei Masterstudiengänge in drei Fachrichtungen - sein. Und das CCD, in dem die StudiumPlus-Kooperationspartnerunternehmen und -einrichtungen der THM zusammengeschlossen sind, ist aktuell auf 777 Partner/Mitglieder - und das inzwischen über Hessen hinaus - angewachsen. Insgesamt 467 Dozenten sind mit der Ausbildung der Studenten befasst.

Zwar, so Boris Rhein, könne man den Menschen nicht das Studieren verbieten. Der Akademikerboom schade jedoch der gewerblichen und handwerklichen Ausbildung. So sieht der Minister in der dualen Berufsausbildung - und darunter falle auf einem höheren Niveau natürlich auch das StudiumPlus- "den idealen Weg". Es gelte auch seitens der Politik, die dualen Bildungsangebote zu stärken und attraktiver zu machen. Laut Manfred Tielmann erfüllt das StudiumPlus eine Schutzfunktion vor Fehlentwicklungen, sprich vor einer hohen Studien-Abbrecherquote. (Die Abbrecherquote beim Universitätsstudium liege bei 32 Prozent, im Schnitt aller Fachhochschulen bei 27 Prozent, beim StudiumPlus - bundesweit - bei nur sechs Prozent). Hans-Jürgen Irmer sieht im StudiumPlus einen "Leuchtturm für die Region". Es sei nicht hoch genug einzuschätzen, was in Kooperation von Wirtschaft und THM in Sachen StudiumPlus erreicht wurde. "Hans-Jürgen Irmer hat die StudiumPlus-Idee von Anfang an engagiert unterstützt", so Minister Rhein - und es bedürfe solcher regionalen Abgeordneten, "die im besten Sinne des Wortes Druck machen".

Willems, Galinski und Röhm wiesen darauf hin, dass die am StudiumPlus-Standort Wetzlar vorhandenen 11.000 Quadratmeter Schulungsräume komplett von der Wirtschaft finanziert würden. Zudem entwickelten sich die mittlerweile bestehenden StudiumPlus-Außenstellen in Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Frankenberg, Biedenkopf, Limburg und Bad Vilbel gut. Hinzu kommen aktuell 37 Schul-Kooperationen, deren Erfolg unmittelbar auch mit dem "Botschafterprogramm" zusammenhänge, in dessen Rahmen ehemalige StudiumPlus-Absolventen an den allgemeinbildenden Schulen die Werbetrommel für das StudiumPlus-Angebot als erfolgversprechenden Weg in Ausbildung und Beruf rühren. Laut THM-Präsident Willems hat die Breite, Tiefe und Qualität der dualen Hochschulausbildung bei gleichzeitiger Anbindung an die Bedürfnisse der Wirtschaft unter anderem den positiven Effekt einer hohen Verbleibensquote der Absolventen bei ihren jeweiligen Partnerunternehmen zur Folge. Als StudiumPlus-"Fachbereich der Zukunft" bezeichneten Röhm, Galinski, Willems und Tielmann den Fachbereich Gesundheit.

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Aktuelle Ausgabe10/2017