Für mehr Selbstbewusstsein und weniger Anbiederung

Nein zur Entwicklung von Parallelgesellschaften

In Deutschland hat nie eine Diskussion darüber stattgefunden, dass wir von Menschen, die aus vielen Gründen nach Deutschland kommen, erwarten müssen, dass sie sich an deutsche Gesetze, Normen und Werte halten, die aus der Aufklärung herrühren und konstitutiv für unser friedliches Zusammenleben sind.

Als Friedrich Merz vor 15 Jahren von der Notwendigkeit (zu Recht!) der Leitkultur sprach, hagelte es Kritik aus der Welt der „political correctness“. Während andere Länder klar definieren, was sie von Zuwanderern verlangen – Sprachbeherrschung, Gesetzestreue, Integrationsbereitschaft- wem das zu beschwerlich ist, hat jederzeit das Recht wieder zu gehen -, haben wir in Deutschland aus falsch verstandener Toleranz nicht diesen notwendigen Mut besessen, sondern der Intoleranz den Weg ebenso geebnet wie der Entwicklung von Parallelgesellschaften, No-Go Areas und der Segregation Vorschub geleistet.

Ist es Integration, wenn in Neuss in einem Bad nur noch Hühnchen und keine Bockwurst mehr angeboten wird, wenn in Kassel in einem Kindergarten keine Weihnachtsfeier mehr stattfindet und keine Weihnachtslieder gesungen werden, wenn in Hannover 2,5 Jahre akzeptiert wird, dass eine Schülerin vollverschleiert im Unterricht erscheint, wenn in Berlin eine Lehrerin keine christliche Kreuzkette tragen darf, wenn in Freiburg muslimische Frauen in einem Damenbad keine männlichen Bademeister akzeptieren, wenn in Mannheim eine muslimische Pflegerin sich weigert, männliche Patienten zu waschen, wenn in Berlin muslimische Eltern gegen einen homosexuellen Erzieher demonstrieren, wenn in Hessen eine Muslima als Rechtsreferendarin sich weigert, vor Gericht das Kopftuch abzulegen? Gehören zur Integration auch eine Verweigerung der Teilnahme an Klassenfahrten, der Kampf gegen Koedukation im Sport- und Schwimmunterricht, erste Versuche des Errichtens islamischer Kindergärten und Schulen, Aufbau eines islamischen Wohlfahrtsverbandes, bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht mit einer kritiklosen Verherrlichung des Propheten Mohammed, erste muslimische Listen zu Kommunalwahlen, Zuckerfest statt Weihnachtsfest? Einzelfälle? Nein! Nur ein kleiner Auszug aus der Lebenswirklichkeit. Medien, Kirchen und Politik sehen vielfach über diese Entwicklung in Richtung einer Islamisierung in Deutschland hinweg.

Rund 60 Prozent der Deutschen haben Sorge über eine zunehmende Islamisierung. Zu Recht: 1970 ca. 300.000 Muslime in Deutschland, 2000 ca. 3 Millionen, heute 2017 ca. 6 – 7 Millionen und im Jahre 2025 und 2040?

Professor Bassam Tibi weist zu Recht darauf hin, dass die Islamisierung der Welt ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung ist. Was machen unsere christlichen Volkskirchen? Bischof Reinhard Marx und der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm verzichten bei einem Besuch auf dem Tempelberg mit einem muslimischen Scheich auf das Tragen ihrer Amtskreuze. Ein fatales Signal.

Was macht parteiübergreifend die Politik in Deutschland? Sie denkt von Wahltermin zu Wahltermin und befasst sich nicht vertiefend mit dem Problem einer Religion, die das Ziel der Weltherrschaft hat. Der Islamrat für Europa hat 1980 in London beschlossen: „Der Islam ist ein Glaube, eine Lebensweise und eine Bewegung zur Aufrichtung der islamischen Ordnung in der Welt.“ In der Kairoer Erklärung der Menschenrechte vom 5.8.1990 haben 45 islamische Saaten erklärt, dass die Menschenrechte immer unter dem Vorbehalt der islamischen Rechtsordnung der Scharia stehen, denn diese sei Allahs Gebot – und damit bindend – und nicht der von Menschenhand formulierte Grundsatz der UN-Menschenrechtskonvention.

Wann fordert der Westen die islamischen Staaten auf, sich von diesen Beschlüssen zu distanzieren?

Warum fordert die Europäische Staatengemeinschaft nicht täglich, die Verfolgung der Christen in praktisch allen islamischen Staaten endlich zu beenden?

Wann stehen in Deutschland Millionen Muslime in Form von Demonstrationen gegen islamistische Terroranschläge auf, so wie sie es machen, wenn es um Proteste gegen harmlose Mohammedkarikaturen geht?

Wann endlich gibt es die Aufklärung im Islam, die klarstellen muss, dass die rund 200 Suren im Koran, die zum Kampf gegen die Ungläubigen und deren Vernichtung aufrufen, nur vor dem Hintergrund der damaligen Zeit zu sehen sind und heute keine Bedeutung mehr haben?

Solange dies nicht geschieht, muss man den Koran als unvereinbar mit dem Grundgesetz bezeichnen. Die Wahrscheinlichkeit eines aufgeklärten Reformislams ist allerdings gering, wenn man weiß, was der türkische Präsident Erdogan diesbezüglich gesagt hat: „Es gibt keinen moderaten oder nicht moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.“ Oder der ehemalige Chef der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Ali Bardakoglu: „Es steht außerhalb jeder Erörterung, dass das, was im Koran steht, gilt.“

Etwas mehr Nachdenklichkeit in Deutschland wäre daher angebracht, zumal wenn man weiß, dass Takija - also die bewusste Täuschung des Ungläubigen - fester Bestandteil muslimischer Politik ist. Wie sagte doch der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas, auf die Frage, ob der säkulare Rechtsstaat die unumstößliche Grundlage sei? „Ja, solange Muslime in der Minderheit sind.“ Damit aus der Minderheit keine Mehrheit wird, dürfen wir unsere eigene Identität ebenso wenig aufgeben wie unsere Werte und unsere Leitkultur auf der Basis des Grundgesetzes. Wenn Muslime heute bewusst Islam mit Friedfertigkeit statt Unterwerfung übersetzen, dann will ich das gerne dann glauben, wenn es in allen 57 islamischen Staaten eine Trennung von Religion und Politik gibt, die Aufgabe des Dschihad und der Scharia, die Aufgabe des islamischen Anspruchs auf Vorherrschaft und religiöse Überlegenheit, Geschlechtergleichheit und Glaubensfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und freie Wahlen.

Aber keinen Moment früher.

Aktuelle Ausgabe8/2017