Griechischstämmige deutsche Polizistin rüttelt auf: Respektlosigkeit, Aggressivität, Beleidigungen und Gewalt nicht länger hinnehmen!

Oberkommissarin Tania Kambouri: Probleme offen und ehrlich ansprechen - Staat in der Pflicht, endlich zielgerichtet zu handeln

Unprätentiös, ruhig, sachlich, dabei klar in der Sache, der Wahrheit verpflichtet, die Dinge beim Namen nennend, so präsentierte sich die in Diensten des Landes Nordrhein-Westfalen stehende Polizeioberkommissarin Tania Kambouri in Tasch's Wirtshaus in Wetzlar. Dort berichtete sie auf Einladung der Bürgerinitiative Pro Polizei Wetzlar vor 200 interessierten Besucher, fast die Hälfte ergatterte nur noch einen Stehplatz, im überfüllten Auditorium. Pro Polizei-Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer begrüßte Besucher, Referentin sowie Frank Mignon als Moderator und Interviewpartner der Oberkommissarin und Buchautorin.

Ihr Buch macht Furore
Denn mit ihrem Buch „Deutschland im Blaulicht - Notruf einer Polizistin“, das in der Folge eines Leserbriefes an die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei entstanden ist (und dies unter Einbezug ihrer Kollegen und vor allem Vorgesetzten), hat sie eine Entwicklung ins Licht der Öffentlichkeit gezogen, die ansonsten, vor allem, aber nicht nur auf Betreiben der Politik, eher „unter dem Deckel gehalten“ oder gar „unter den Teppich gekehrt“ wird. Kambouri spricht von ihren Erfahrungen aus dem polizeilichen Berufsalltag, in dem Respektlosigkeit, Aggressivität, Beschimpfungen, Beleidigungen, Ablehnung aufgrund des Geschlechts und körperlicher Gewalt, überwiegend gegen Frauen, an der Tagesordnung sind. Ausgehend vor allem von jungen Muslimen türkischer Herkunft, mittlerweile in Folge des Flüchtlingsstromes vermehrt auch aus anderen muslimischen Nationalitäten, unter denen die Arbeit der Polizisten, insbesondere der weiblichen zunehmend stattfindet.

Für den Polizeiberuf geboren
Tania Kambouri, Jahrgang 1983, wuchs als Tochter griechischer Eltern in einem Bochumer Stadtteil auf. Schon zu Schulzeiten habe sie sich für „Gerechtigkeit“ aktiv eingesetzt und hatte schon immer gerne mit Menschen im direkten Kontakt zu tun. „Der Traumberuf Polizei hat schon immer in mir geschlummert.“ Und wurde dann auch zur Realität. Die Wahrheit liegt laut Kambouri auf der Straße - und deshalb „ist die Streife auch das Beste, was es bei der Polizei gibt“. Und „die Straße“ hat die junge, engagierte und inzwischen bundesweit bekannte und geachtete Polizistin geprägt. Zum Beispiel im Frühjahr dieses Jahres, als sie einen Termin als Referentin bei Pro Polizei in Wetzlar hatte.

Die Wahrheit liegt auf der Straße
Warum sie diesen vor einem guten halben Jahr nicht wahrnehmen konnte, schilderte sie abseits aller sonst im Rahmen der „Political Correctness“ üblichen Beschwichtigungen und Beschönigungen - und somit Unwahrheiten - frei, offen und ehrlich. Und als einen signifikanten Baustein in einer generellen Entwicklung in Deutschland, die sie dezidiert nicht gutheißt - nicht nur aufgrund eigenen schlimmen Erlebens. Und das nicht, um mit Fingern auf irgendeine Gruppe von Menschen, Nationalitäten, Religionen oder sonstiger persönlicher Ausrichtungen zu zeigen, sondern einzig um der Wahrheit dessen willen, was tagtäglich in leider drastisch zunehmender Tendenz auf den Straßen Deutschlands, speziell in Großstädten, leider passiert. Und deshalb fühle sie sich, selbst mit Migrationshintergrund, als Deutsche in „ihrem Deutschland“ auch nicht mehr so richtig wohl.

Viele Verletzungen im Dienst erlitten
Kurz vor ihrem geplanten Besuch in Wetzlar sei es bei einer routinemäßigen Unfallaufnahme zu einem Zwischenfall gekommen. Ein 65 Jahre alter Litauer sei rabiat geworden und habe ihr letztlich derart in den kleinen Finger gebissen, dass der Knochen dabei brach. Bis heute - nach Krankenhaus und Genesung längst wieder im Dienst - habe sie große Probleme mit dem kleinen Finger. Dieser Litauer mit festem Wohnsitz in Deutschland und Dutzenden von Eintragungen im Strafregister, werde für diese Attacke wohl kaum bis gar nicht betraft, von Zahlung eines Schmerzensgeldes gar nicht zu reden, ist sich Tania Kambouri leider ziemlich sicher. Sie nimmt daher im Blick auf diese ungute Entwicklung in Deutschland auch die Gerichte in der Pflicht in die Pflicht.

Polizistinnen besonders gefährdet
Frauen im Polizeidienst, in Deutschland mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, würden von Menschen mit Migrationshintergrund, vor allem aus dem arabischen Raum, zunehmend nicht akzeptiert, ausgegrenzt, verachtet, ihnen werde die Legitimation abgesprochen. „Es gibt immer mehr muslimische Männer, die unangenehm auffallen, viele verachten und verteufeln das Land, in dem sie leben. Viele scheitern im Leben und suchen dann die Schuld bei anderen, nicht aber bei sich selbst“, so Kambouri, die den Rückhalt aus der Politik zum Beispiel für die Polizei vermisst und gleichzeitig eine Kindergartenpflicht für Migrationskinder und - ebenfalls als Pflicht - das Erlernen der deutschen Sprache fordert. Und: „Der Staat muss sich endlich etwas einfallen lassen bei Menschen, die Integration in die deutsche Gesellschaft ablehnen - und damit verloren sind!“

Straftaten konsequent ahnden
Vor allem bei Jugendlichen müssten in der Folge von Gesetzesverstößen beschleunigte Verfahren folgen, um bei jungen Straftätern Wirkung zu erzielen, weil sie dann wüssten, dass der Staat etwas tut. Prävention, früh betrieben, sei gut, helfe aber bei vielen leider nicht. „Sie müssen bestraft werden.“ Dazu gehöre eigentlich auch die Abschiebung von Straftätern, eine Maßnahme, die in der Bevölkerung mit großer Mehrheit begrüßt würde: Aber, so die Oberkommissarin, leider wisse sie aus sicherer Quelle, „dass in Deutschland aus diesem Personenkreis so gut wie niemand abgeschoben wird“.

Gegen Vollverschleierung - Probleme mit Kopftüchern
Kambouri berichtet von einer starken Zunahme der Übergriffe, auch und gerade auf Polizisten. Sie selbst habe zahlreiche Angriffe erlebt und sei dabei vielfach verletzt worden. Viel mehr Widerstände gegen Polizeibeamte seien an der Tagesordnung, viel mehr Raubüberfälle, viel mehr sexuelle Übergriffe ... „und zwei Drittel der Straftäter haben einen Migrationshintergrund“. Das alles beim Namen zu nennen und Tacheles zu reden, sei politisch aber noch immer nicht gewollt. Kambouri lehnt die Vollverschleierung von Frauen als Zeichen der Unterdrückung ab und hat erhebliche Probleme mit Kopftüchern, die von immer mehr Frauen mit muslimischem Migrationshintergrund getragen werden. „Ich will die Kopftücher nicht, ich will nicht zig Moscheen im Land und den Ruf des Muezzin - wir leben in Deutschland nicht in irgendeinem arabischen Land“, machte Tania Kambouri - die sich eigentlich für unpolitisch hält, keiner Partei angehört und im Grunde öffentlichkeitsscheu sei - klar.

Mut zur Wahrheit - und endlich handeln
Und sie tut das alles in einer geradezu stoischen Ruhe, ohne Emotionen, unaufgeregter Redeweise, aber mit dem Recht zur Berichterstattung gelebter und erlebter Wahrheit. Zu dieser Wahrheit gehöre aber auch, dass die meisten Migranten in Deutschland integriert sind oder sich integrieren wollen. „Es ist eine Minderheit, wenn auch eine durchaus beachtliche, die sich danebenbenimmt und die Probleme bereitet.“ Tania Kambouri ist gerne Deutsche - und Griechin -, lebt gerne im Ruhrgebiet, ihrer Heimat - auch wenn es ihr dort nach eigenem Bekunden, Erleben und Erleiden „oft nicht mehr gefällt“ - und sie ist jemand, der Angst um dieses Land hat, wenn nicht bald die Weichen anders, richtiger gestellt werden.

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Aktuelle Ausgabe10/2017